Leaderspoint® Jobreport 2016

Der Leaderspoint® Jobreport 2016 ist da mit prägnanten Ergebnissen: Die Karrierechancen für Fach- und Führungskräfte sind bei Banken und Versicherungen derzeit besonders schlecht. Besonders gute Entwicklungsmöglichkeiten gibt es in den Sektoren Automotive sowie Logistik und Transport. Auch die Branchen Maschinenbau und IT, insbesondere Internet-Startups, bieten weiterhin gute Perspektiven.

Schwere Zeiten für Fach- und Führungskräfte bei Banken und Versicherungen

Großer Verlierer 2016 sind Banken und Versicherungen, die in großem Maß auf Konsolidierungskurs sind und, wie in den Jahren zuvor schon, Überkapazitäten abbauen. Für zusätzliche Unsicherheit sorgt die anhaltende Niedrigzinsphase, die die Banken vor große Herausforderungen stellt. Das Gehaltsniveau im Bankensektor ist traditionell sehr hoch, weshalb hier besonders viele gut bezahlte Führungskräfte rauen Gegenwind spüren. Dr. Thorsten Knobbe, Managing Partner der TK Leaderspoint Group: „Der Abwärtstrend betrifft nicht alle Banken und Versicherungen, sondern ist ein Querschnitt über die Branchen. Wir haben durchaus Klienten beim erfolgreichen Wechsel in verantwortliche Positionen in diesen Sektoren begleitet. Nur die sprichwörtlich sichere Bank finden wir derzeit nicht.“

Gute Karrierechancen in Automotive und Konsumgüterbranche

Die deutsche Automobilbranche ist weiter ein Karrieremotor, vielen Fach- und Führungskräften gelang in diesem Jahr bereits der Wechsel in eine neue Position, sowohl bei Autoherstellern wie auch bei einem der zahlreichen Zulieferer. Die Anforderungen an Innovationen und Optimierungen sind in der Automobilbranche in allen Unternehmensbereichen sehr hoch, entsprechend groß ist der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern. Gut sieht es auch in der Konsumgüterbranche aus, die auf stabil hohem Niveau agiert und ein Jobstaubsauger für Fachkräfte in Vertrieb, Marketing, Logistik und Controlling ist. Allerdings beobachten die Leaderspoint Karriereberater hier getrübte Chancen für über 50jährige, denen offenbar nicht mehr genügend Elan in der dynamischen Branche zugetraut wird.

Weiter gute Perspektiven in Maschinenbau und IT / E-Business

Die Auftragslage im deutschen Maschinenbau ist je nach Subsegment aufgrund der spezifischen Marktsituation heterogen. Ebenso muss ein Bewerber erst einmal zu einer definierten Stelle passen, was aufgrund der hohen Spezialisierungsgrade nicht einfach ist. Insgesamt sind aber Einstiegs- und Aufstiegschancen im Maschinenbau gerade für MINT-Fachkräfte weiterhin sehr gut, zudem bietet der Bereich der Unternehmensführung und des Managements mitsamt betriebswirtschaftlicher Aufgabenbereiche gute Karrierechancen. Eine hohe Nachfrage an Bewerbern auch für verantwortungsvolle Stellen beobachten wir im Bereich des E-Business und der IT. Jedoch korrelieren hohe Anforderungen an Fachkenntnisse und Engagement der Bewerber nicht immer mit entsprechend ambitionierten Gehältern, was auch am teils schwierigen Wettbewerbsumfeld der innovativen Branche liegt.

Geheimtipp für Einsteiger: Logistik und Transport

Sehr gute Einstiegs- und Entwicklunschancen bietet die Logistik- und Transportbranche, die in der allgemeinen Wahrnehmung bei Absloventen und Berufserfahrenen bisweilen etwas unter dem Radar fliegt. Das allgemeine Gehaltsniveau in der Logistikbranche ist zwar einerseits recht niedrig, was aber am hohen Anteil formal geringer qualifizierter Beschäftigter liegt. „Berufserfahrene Fachkräfte, aber auch Absolventen mit technischem oder BWL-Schwerpunkt werden in Logistik und Transport gesucht, weil die Branche weiter wächst und sich zudem stetig professionalisiert. In die Position des Supply Chain Managers etwa haben wir in der ersten Jahreshälfte auffallend viele Klienten begleitet“, so Dr. Thorsten Knobbe.

Unsichere Aussichten in Pharma und Energie

Eher unsichere, aber bislang keine schlechten Prognosen gibt der Leaderspoint Jobreport für die Branchen Pharma und Energie ab. Erstere sieht sich starken gesetzlichen Regulierungsanstrengungen ausgesetzt, die die Gewinne schmälern und auch dem traditionell starken Pharmavertrieb das Leben schwerer machen. In der Energiebranche sorgt der nicht aufzuhaltende, aber sich diffus entwickelnde Energiewandel für Irritationen.

Altbekannte Problemgruppen: Einsteiger und Arbeitnehmer 50+

Besondere Schwierigkeiten beim Wechsel in eine neue Position haben nach wie vor Arbeitnehmer 50+ sowie Berufseinsteiger, gerade bei sehr attraktiven Unternehmen und entsprechend starker Bewerberkonkurrenz. Während die Älteren ihre Chancen durch aktive Netzwerkpflege und stetige Weiterqualifizierung nachhaltig erhöhen können, kommt es bei den noch wenig erfahrenen Einsteigern besonders auf überzeugende Bewerbungsunterlagen und realistisch herausgearbeitete erste Karriereziele an.